30. Dezember 2022: Jahresschluss-Konzert mit Roman Antonyuk

2022 12 30 Roman Anonyuk

Am Freitag, 30. Dezember, kommt der Musiker und Sänger Roman Antonyuk zum Konzert in die St.-Laurentius-Kirche nach Wonsees.

Der für sein Spiel der Bandura geliebte und für seinen Bariton gefeierte Künstler kam 1970 in Lwiw in der Ukraine zur Welt. Er studierte in der Musikakademie in Lwiw und an der Hochschule für Musik in Hamburg. In der Folgezeit arbeitete er in hochkarätigen Orchestern, Chören und Ensembles in der Ukraine und Deutschland. 2019 wurde er mit dem Titel »Verdienter Künstler der Ukraine« ausgezeichnet.

Vielen Menschen unserer Region ist Antonyuk ein Begriff durch seinen jährlichen Auftritte in der Krögelsteiner Kirche, der auch dieses Jahr wieder stattfinden wird. Beide Veranstaltungen werden sich aber sehr unterscheiden. Während Antonyuk in Krögelstein wieder im Rahmen des Gottesdienstes am Zweiten Weihnachtsfeiertag für weihnachtliche Stimmung sorgen wird, wird er am 30. Dezember ein ganzes Konzert in Wonsees geben – mit 19 Liedern und Stücken. Dabei wird der Künstler darauf achten, dass es zu keinen inhaltlichen Überschneidungen kommen wird. Neben deutschen und ukrainischen Weihnachtsliedern wird Antonyuk eigene Stücke sowie Stücke aus seinem Repertoire aus der Oper und der klassischen Musik vortragen.

Das Konzertprogramm

  1. O du stille Zeit (Deutsche Weihnachtslied)
  2. Schneefloeckchen (Hedwig Haberken, 1869)
  3. Ave Maria (Giulio Caccini, 1551−1618)
  4. O Tannenbaum (Melchior Franck, 1615)
  5. Schlafe,mein Jesuskind (Polnisches Weihnachtslied aus dem 18. Jahrhundert)
  6. Gott ist geboren (Ukrainische Weihnachtslied)
  7. Himmel und Erde (Ukrainisches Weihnachtslied)
  8. Ich nehme meine Bandura (Ukrainisches Volkslied)
  9. Mond ist am Himmel (Ukrainisches Volkslied)
  10. Improvisation (Roman Antonyuk)
  11. Menschen, die ihr wart verloren (Christoph Bernhard Verspoell, 1808)
  12. Frohe Weihnachtszeit (Heinz Drossner / Bearbeitung von Roman Antonyuk)
  13. Wie Melodien zieht es mir (Johannes Brahms, Op. 105, No. 1, 1888)
  14. Herr Gott Abrahams. (Felix Mendelssohn Bartholdy, Elias, Op. 70/MWV A25, Pt. I, No. 14, 1846)
  15. Non piu andrai (Wolfgang Amadeus Mozart, Die Hochzeit des Figaro, KV 492, Akt I, Arie des Figaro, 1786)
  16. Deh vieni alla finestra (Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovani, KV 527, Akt II, Arie des Don Giovanni, 1787)
  17. Questo amor (Giacomo Puccini, Edgar, Akt I, Arie des Frank, 1888)
  18. Granada (Agustín Lara, 1932)
  19. Maria, Mari (Eduardo di Capua, 1899)

Die Orte in der Ukraine, in denen Antonyuk gewöhnlich viel auftritt, kennen wir heute aus den Berichten über den Ukrainekrieg. Antonyuk, der auf Einnahmen angewiesen ist, hat darum gebeten, dieses Konzert in unserer Region geben zu können.

Der Eintritt ist frei. Was Sie freiwillig geben, wird Roman Antonyuk erhalten.

Jahresschluss-Konzert mit Roman Antonyuk

Termin: Freitag, 30. Dezember, 18.00 Uhr
Ort: St.-Laurentius-Kirche Wonsees (Marktplatz 17, 96197 Wonsees)


Schluss mit »Schluss mit Gott«

Das Theaterprojekt »Schluss mit Gott« ist beendet. Nach sechs ausverkauften Vorstellungen, über 400 beeindruckten Gästen und zahllosen Lachern und Tränen ist nun Schluss mit »Schluss mit Gott«.

Das Theaterprojekt entstand 2019. Angeregt, ins Leben gerufen und bis zum Schluss geleitet wurde es von der Chorleiterin der Kirchengemeinde Wonsees, Angela Lang, an. Unter ihrer Regie sammelte sich eine Gruppe von ca. 40 Personen, die auf der Bühne, im Chor, bei der Technik oder als Helfer im Hintergrund die Idee eines Theaterstückes Wirklichkeit werden ließen. »Am Anfang hat es keiner für möglich gehalten.« Das sagten viele der Beteiligten nach der letzten Aufführung − ein zu schweres Stück, um es aufzuführen, zu viele Beteiligte, um Termine für Proben und Aufführungen zu finden. Nach der letzten Aufführung am Sonntag, dem 2. Oktober 2022, aber konnten alle Beteiligten auf sechs erfolgreiche Aufführungen ohne (Krankheits-)Ausfälle zurückblicken. »Ein kleines Wunder«, wie Frau Lang sagte.

»Schluss mit Gott.« wurde von Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch und Pfarrer Daniel Städtler verfasst. Es basiert auf einem 100 Jahre alten Theaterstück des ehemaligen Wonseeser Pfarrers Hans Pfister. Das Stück »Schluss mit Gott« thematisiert seine eigene Entstehungsgeschichte. Im Stück versucht eine Gruppe engagierter Menschen, das alte Theaterstück von Pfarrer Pfister neu aufzuführen.
Was diese Menschen zunächst nur aus den alten Textzeilen kennen − dass der christliche Glaube Halt und Trost sein kann für die, die ihn ernstnehmen, aber denen, die es nicht tun, nichts bedeutet, − erleben sie wenig später am eigenen Leib, als einer aus ihrer Gruppe stirbt.

Was das Publikum im Steinsaal der Burg Zwernitz in Sanspareil zu sehen bekam, verdankt sich nicht nur der Zeilen des Pfarrehepaars Städtler-Klemisch, sondern auch und vor allem der vielen Gedanken, die sich alle Beteiligten zum Stück und ihren Rollen gemacht haben. Sie haben den Text des Stücks genommen und daraus lebendige und nachvollziehbare Charaktere geschaffen.

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Hauptrollen:

  • Oma Annie (Altmutter): Johanna Schrüfer
  • Susanne (Sanna): Tanja Wölfel
  • Johannes (Hannes Rauscher, Becken Karl): Samuel Dupke
  • Andreas (Andres, Pater): Sven Bergmann
  • Lorenz (Lorenz Rauscher, Samstag): Gustav Laaser
  • Regisseurin (Chorfrau): Martina Hacker

Weitere Rollen:

  • Clemens / Soldat: Detlef Gasthuber
  • Lenhard / Soldat: Thomas Schmeußer
  • Nikol / Soldat: Marius Münch
  • Hansjörg / Soldat: Johannes Weggel
  • Hans Gareiß / Soldat: Sebastian Stiller (Aufführungen 1−2); Falk Taubmann (Aufführungen 3−6)
  • Paul Pfändner / Soldat: Wolfgang Schleicher
  • Oberst Hebron: Holger Münch
  • Leutnant: Hubert Linz
  • Offizier des Spähtrupps: Thomas Hacker
  • 1. Frau: Regina Pfändner
  • 2. Frau: Jutta Schoberth
  • 3. Frau: Katrin Voit
  • 4. Frau: Anja Maier

Als Zuschauer spürte man die Zerrissenheit des Johannes (gespielt von Samuel Dupke) − hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu der eher gläubigen Susanne und seinen eigenen eher atheistischen Überzeugungen. Johannes beteiligt sich seiner Freundin zuliebe als Schauspieler am Stück. Er selber ist überzeugt, dass Religionen eher schaden als nutzen. Seine Kritik ist dabei nicht platt. Sie beinhaltet zwar auch Klischees, stellt aber auch die berechtigte Fragen in den Raum: »Welchen Unterschied macht der Glaube?«

Welchen Unterschied er machen kann, zeigen Andres (gespielt von Sven Bergmann) und die Ereignisse, die er lostritt. In Pfisters Stück sitzt Andres mit einigen anderen Zedersitzer Männer im Wirtshaus. Sie reden über den Krieg, der jetzt im Jahr 1628 schon zehn Jahre lang tobt, über Soldaten, über Bettler und die Religion. Andres ist kein Teufel, wie Pfarrer Samstag später sagt, aber einer, der nichts ernst nimmt, sich dafür umso wichtiger. Bei Andres Sprüche und Zoten hing das Publikum Sven Bergmann an den Lippen und lachte mit ihm.

2022 04 27 Im Wirtshaus zu Zedersitz 2

Als dann kaiserlichen Soldaten auf ihrem Weg an die Front in Wonsees Halt machten, stachelte Andres seine Saufkumpanen an, auf die Soldaten loszugehen. Am Ende wurde an den Zedersitzern ein Exempel statuiert. Sie wurden alle brutal ermordet.

Pfarrer Samstag (gespielt von Gustav Laaser) fällt die Aufgabe zu, die 15 Zedersitzer Männer zu beerdigen. Ihr brutales Ende ist es nicht, was ihm die größten Schwierigkeiten bereitet, sondern dass die christliche Botschaft, die er verkünden soll, die Trauernden nicht trösten kann. »Das ewige Leben bekommt, wer sich im Leben und Sterben zu Christus hält.«, sagt Samstag und fragt sich, was diese Botschaft wert ist, wenn er Männer wie Andres beerdigen soll, die nicht an Christus geglaubt haben? Gustav Laaser spielte Pfarrer Samstag mit vielen Facetten. Laaser stellte dem Publikum Samstag nicht als Hardliner oder Fundamentalisten vor, sondern als jemanden, der frustriert und verzweifelt ist, dass er nicht mehr Trost geben kann als das, aber auch als jemanden, der nicht in die Klagen und Anklagen gegen Gott einstimmen kann. Ist es doch nicht Gottes Schuld, wenn Menschen ihn und den Glauben abtun. Wie viel leichter fielen ihm da die Beerdigung von Hannes und Lorenz Rauscher, die dasselbe brutale Schicksal wie die anderen erlitten. Hier passen das, was Samstag zu sagen hat, und das Leben und der Glaube der Verstorbenen zusammen. Hier trösten Samstags Reden vom ewigen Leben für die Glaubenden, denn hier wissen alle Trauernden: Hannes und Lorenz Rauscher haben geglaubt.
Was Samstag eigentlich meint, wenn er vom Glauben redet, zeigt sich, als er am Sterbebett seiner Magd Sanna steht. Glaube heißt für ihn nicht, alles stoisch hinzunehmen und Sinn in etwas hineinzuinterpretieren, wo offenkundig kein Sinn ist. Er tadelt Sanna nicht für ihre Klagen und ihre Zweifel. »Ist alles schon vergeben. Bist erlöst, mein Kind.«, sagt er. Glaube heißt, darauf zu vertrauen, dass Christus der Retter und Erlöser ist.

2022 04 27 Samstag am Totenbett Sannas

Oma Annie (gespielt von Johanna Schrüfer) zeigt, dass es diesen Glauben auch heute noch gibt. Ihre Rolle als Oma mit viel Lebenserfahrung spielte Johanna Schrüfer so authentisch, dass man ihr einfach glaubte und sie um ihren Glauben beneidete. Oma Annie weiß, was es heißt, schlimme Zeiten mit Gottes Hilfe durchzukämpfen. »Ich wünsche es euch nicht«, sagt sie zu ihrer Enkeltochter Susanne und meint damit, dass ihrer Enkelin hoffentlich nie ähnlich Schlimmes passiert. Am Ende war es aber eben der Tod von Oma Annie mitten während der Proben, der für die schlimme Zeit sorgte. Keine Aufführung verging, in der sich nicht Unruhe im Publikum ausbreitete, als Oma Annie auf der Bühne zusammenbrach − »ist das echt oder Teil des Stücks?«

Tanja Wölfel spielte als Susanne die Trauer um den Tod ihrer Oma so eindrücklich, dass das Publikum mit ihr weinte. Eine Darbietung wie ihre erwartet man in einem Laientheater nicht. Johannes hätte Susanne gerne geholfen und getröstet. In seiner Verzweiflung liest er ihr die tröstenden Worte Samstags vor. Es hilft. Susanne klammert sich an der Botschaft fest. »Das glaubst du doch auch«, fragt sie? »Nein«, antwortet er.

Bis zum Ende des Stücks werden zwei Arten zu leben und zu denken nebeneinandergestellt – mit und ohne Gott. Susanne geht aus der Krise in ihrem Glauben gefestigt hervor. Ihr Freund Johannes ist nicht zum Christen geworden und wird es auch nicht. Beide haben sie ein tieferes Verständnis für den jeweils anderen. Jetzt, um einiges reifer, könnten mit ihrer Verschiedenheit leben, aber für ihre Beziehung kommt das zu spät. Sie trennen sich.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler transportierten die komplette Bandbreite menschlicher Emotionen – von größter Freude und Ausgelassenheit bis hin zu tiefster Trauer und Verzweiflung. Dasselbe gilt auch für den Chor, dessen Gesang das gesamte Stück umrahmte und durchzog. In vielen Szenen stimmt der Chor das Publikum auf das ein, was kommen sollte oder unterstrich das Geschehen auf der Bühne.

Alle am Projekt Beteiligten können stolz sein auf das, was sie geschaffen haben. Wer nun Lust bekommen hat, sich selbst im Chor oder als Schauspieler zu beteiligen, kann sich bei Frau Angela Lang melden. Mit »Schluss mit Gott« ist Schluss. Aber es wird wieder ein ähnliches Projekt geben. Konkrete Planungen gibt es aber noch keine.

Das Stück selbst kann hier heruntergeladen werden:

Theaterstück »Schluss mit Gott. Eine Tragödie zum Zedersitzer Mord«

Wir arbeiten gerade an einer digitalen Fassung von Pfisters Stück »Aus schwerer Zeit«. Sobald sie fertig ist, bieten wir sie hier ebenfalls zum Download an.


 Berührend und aufbauend − Konzert mit Clemens Bittlinger am 22. Mai 2022

Am Sonntag, dem 22. Mai 2022, gastierte der Rockpfarrer Clemens Bittlinger in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees.

Clemens Bittlinger wusste, was sein Publikum nach über zwei Jahren Pandemie braucht - Erbauung. Mit Liedern aus seinen Alben »Bleibe in Verbindung« und »Leih mir deine Flügel« berührten und erbauten Clemens Bittlinger und seine Begleiter, Adax Dörsam und David Kandert, ihr Publikum. Nicht nur die 100 Gäste, die in die Wonseeser Kirche gekommen waren, sondern auch die Musiker selber wurden von der besonderen Atmosphäre ergriffen. »Es war etwas Besonderes, heute bei euch zu singen«, verabschiedeten sich die Musiker.

Mit einer Mischung aus Humor und Ernst, Schwermut und Leichtigkeit führte Bittlinger durch den Abend, an dem er neben seinen Lieder auch einige Texte vortrug, z.B. Poetry Slams darüber, ob Kleider wirklich Leute machen oder es Engel gibt. So klug wie seine Poetry Slams waren auch seine Liedtexte, die Bittlinger den Menschen direkt ins Herz singen kann. Sein auf den Ukraine-Krieg hin aktualisiertes Lied »Frieden für das Land« sprach eine tiefe Sehnsucht aus. Die Lieder »Jemand streicht um's Haus« und »Amazing grace – von Gnade singt« eröffneten dem Publikum den Himmel und stärkten es gleichermaßen für das Leben hier unten.

Begleitet wurde Bittlinger von Adax Dörsam und David Kandert. Adax Dörsam beherrscht über 70 Saiteninstrumente. Während des Konzertes begeisterte er das Publikum u.a. mit den Klängen der Saz Baglama. Der Multi-Instrumentalist David Kandert beeindruckte mit den Klängen der Handpan, »einer Mischung aus Weber-Grill und UFO«, wie Clemens Bittlinger scherzte.


Spektakuläre Uraufführung
»Schluss mit Gott« begeistert und regt zum Nachdenken an

Am Freitag, dem 29. April, fand vor ausverkauften Rängen in der Burg Zwernitz in Sanspareil die Uraufführung des Theaterstücks »Schluss mit Gott. Eine Tragödie zum Zedersitzer Mord« statt.

Zum 300. Jahrestag des sog. »Zedersitzer Modes«, bei dem während des Dreißigjährigen Krieges 15 Männer der Ortschaft Zedersitz von kaiserlichen Soldaten brutal getötet wurden, schrieb der Wonseeser Pfarrer Hans Pfister ein Theaterstück. »Schluss mit Gott« erzählt davon, wie eine Gruppe engagierter Menschen dieses 100 Jahre alte Theaterstück heute neu aufführen will. Dabei muss sie sich nicht nur mit den Ereignissen damals und dem Glauben der Menschen damals auseinandersetzen, sondern auch mit persönlichen Schicksalsschlägen und ihrem eigenen Glauben. Verfasst wurde »Schluss mit Gott« von dem Pfarrehepaar Anna Städtler-Klemisch und Daniel Städtler.

Samuel Dupke als Johannes und Tanja Wölfel als Susanne
Samuel Dupke als Johannes und Tanja Wölfel als Susanne


In den Hauptrollen begeisterten u.a. Tanja Wölfel als Susanne und Samuel Dupke als Johannes. Die gemeinsamen Proben beginnen, ihre Beziehung zu belasten, als das Stück sie dazu anregt, zum ersten Mal über Glaube und Religion zu sprechen. Das Stück hält sich nicht mit Klischees auf. Stattdessen treffen die persönlichen Glaubenserfahrungen von Susanne und die berechtigte Kritik von Johannes hart aufeinander. Frau Wölfel und Herr Dupke boten Schauspielkunst auf höchsten Niveau. Als Susanne nach einem Schicksalsschlag auf der Bühne in Tränen ausgebrochen ist, kämpfte auch das Premieren-Publikum mit seinen Emotionen und wischte sich die feuchten Augen ab. Zurecht erhielten die beiden nach dem Stück langanhaltenden Applaus.

Sven Bergmann stellte in seiner Rolle als Andreas den Gegenpol zu seinem besten Freund Johannes dar. Andreas geht mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben. Seine Kommentare und lustigen Sprüche, die Sven Bergmann treffsicher dargeboten hat, sorgten selbst in den traurigsten Szenen für Lacher im Publikum. Andreas ist niemand, dem man seine Witze übelnehmen kann, vor allem nicht, da Sven Bergmann die Liebe, die Andreas für die anderen Protagonisten empfindet, so überzeugend gespielt hat. Umso ergriffener war das Publikum dann, als selbst der lustige Andreas verstummt ist.

Samuel Dupke als Mesner Beckenkarl und Gustav Laaser als Pfarrer Samstag

Samuel Dupke als Mesner Beckenkarl und Gustav Laaser als Pfarrer Samstag

Gustav Laaser glänzte in insgesamt drei Rollen. Als Lorenz wollte er zusammen mit Susanne, Johannes und Andreas das alte Stück neu aufführen. Als der alte Herr Rauscher und als Pfarrer Samstag brillierte er in den Szenen aus Pfisters Stück. Lorenz und Rauscher bringen Besonnenheit in die Konflikte, die sich auf der Bühne zutragen. Die Zerrissenheit, die Pfarrer Samstag empfindet, als er die Zedersitzer Männer beerdigt, spielt Herr Laaser so eindrücklich, dass sie dem Publikum lange nachgehen wird. Ohne Über- oder Untertreibung und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger stellt Samstag klar, warum sich an der Religion die Geister scheiden. Sein Mesner bittet Pfarrer Samstag daraufhin zu schweigen, weil seine Reden den Anwesenden Angst machen. Als Zuschauer möchte man sich dem anschließen. Man spürt, dass Samstag recht hat. Er spricht zeitlose, aber unbequeme Wahrheit aus. »Schluss mit Gott« ist ein Theaterstück, das kein Blatt vor den Mund nimmt.

Johanna Schrüfer überzeugte in der Rolle der Oma Annie. Oma Annie ist die gute Seele, die die ganze Gruppe zusammenhält. Die Weisheit und Lebenserfahrung dieser Frau sowie den festen Glauben, der sich in vielen schweren Stunden bewährt hat, nimmt man Frau Schrüfer zu jeder Zeit ab. Als es auf der Bühne zu einer überraschenden Wendung kam, machte sich sogar Unruhe im Publikum breit. Das Publikum war verunsichert, ob es sich um Schauspiel oder Realität handelte.

Das Stück setzte hohe Ansprüche an die Inszenierung. Da sich Szenen aus Pfisters Stück mit Szenen aus der Gegenwart abwechseln, musste sichergestellt werden, dass die Zuschauer je und je wissen, ob sich das Geschehen gerade im Dreißigjährigen Krieg oder der Gegenwart zuträgt. Dies gelang aber zu jeder Zeit. Dazu halfen clevere Requisiten, die klare Unterscheidung zwischen der antiquierten Sprache des 17. Jahrhunderts und der modernen Sprache der Neuzeit sowie die Rolle von Martina Hacker. Frau Hacker spielte die Regisseurin, die Susanne, Johannes, Andreas und die anderen anleitete, Pfisters Stück noch einmal auf die Bühne zu bringen. Die kurzen, aber wichtigen Auftritte der Regisseurin markierten immer den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die echten Tränen, die Frau Hacker während des Höhepunktes des Stücks vergoss, zeugen ebenso sehr von Ihrer Schauspielkunst wie von der Ihrer Kolleginnen und Kollegen.

In weitere Rollen waren zu sehen:

Detlef Gasthuber als Clemens und Soldat
Thomas Schmeußer als Lenhard und Soldat
Marius Münch als Nikol und Soldat
Johannes Weggel als Hansjörg und Soldat
Sebastian Stiller als Hans Gareiß und Soldat
Wolfgang Schleicher als Paul Pfändner und Soldat
Holger Münch als Oberst Hebron
Hubert Linz als Leutnant
Thomas Hacker als Offizier des Spähtrupps
Regina Pfändner als 1. Frau
Jutta Schoberth als 2. Frau
Katrin Voit als 3. Frau
Anja Maier als 4. Frau

Das gesamte Ensemble

Das gesamte Ensemble

»Schluss mit Gott« ist wahrlich kein Bauerntheater. Mit großem Ernst, aber ohne Pathos oder moralischer Überhöhung stellt das Stück die Frage, welche Bedeutung Glaube und Religion in der Gegenwart spielen können. Die Antwort ist dabei nicht von Anfang an vorgegeben. Die Protagonisten reifen im Laufe des Stücks. Am Ende wird ihnen bewusst, dass es ein versöhntes Miteinander unterschiedlicher Auffassungen geben kann − eine Erkenntnis, die leider zu spät kommt.

Die wahre Regisseurin des Stücks »Schluss mit Gott« war natürlich Angela Lang. Pfarrer Städtler erläuterte in seiner Begrüßung kurz die Geschichte des Projektes. Das Projekt begann 2019 auf Anregung von Frau Lang, die sich wünschte, dem Wonseeser Kirchenchor mehr von der Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihm gebührt. Sie wollte darum ein Theaterstück auf die Beine stellen, bei dem Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores mitspielen und das immer wieder von Liedern des Chores begleitet wird. In der Folgezeit kümmerte sich Frau Lang mit unermüdlichem Einsatz um das ganze Projekt. Sie brachte interessierte Ehrenamtliche zusammen, setzte Probentermine an, hielt das Projekt über die Pandemie am Leben, indem sie mit den Schauspielerinnen und Schauspielern ein Hörspiel aufnahm, und sorgte letztendlich für die spektakuläre Uraufführung am 29. April. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sagten im Anschluss: »Was wir heute gesehen haben, haben wir Frau Lang zu verdanken. Frau Lang hat uns pausenlos motiviert und dafür gesorgt, dass wir immer besser werden.«

Das Ziel des »Chorprojektes« hat Frau Lang erreicht. Nicht nur die Uraufführung, auch die Vorstellungen am 30.4. und 1.5. waren binnen weniger Tage ausverkauft. Die Rückmeldungen der Premierengäste waren ebenfalls eindeutig. Eine derartiges Stück und eine solche Kombination von Theater und Chor hat es im Laienbereich noch nie gegeben. Der Kirchenchor, der von Sängern des »Liederkranz« Hollfeld unterstützt wurde, nahm das Publikum mit seiner Mischung von fröhlichen, nachdenklichen und trotzigen Liedern mit auf die emotionale Reise, auf die sich die Protagonisten auf der Bühne befanden.

Die Aufführung hätte ebenso auf den großen Bühnen der Staatstheater stattfinden können. »Schluss mit Gott« hat begeistert, bewegt und zum Nachdenken angeregt. Das Publikum wird noch lange erzählen, was Frau Lang mit ihrem Kirchenchor Wonsees geschaffen hat.


19. November 2021: Konzert der Don Kosaken Serge Jaroff®

Das bereits für vergangenes Jahr geplante Konzert des Don-Kosaken-Chores Serge Jaroff® konnte am 19. November 2021 endlich stattfinden.

Vor über 100 Jahren gründete der russische Offizier Serge Jaroff in einem Internierungslager in Istanbul einen kleinen Chor bestehend aus anderen Offizieren der Don-Kosaken-Division, um mit Liedern aus der Heimat die Moral aufrechtzuerhalten. Noch während ihrer Kriegsgefangenschaft entwickelte sich daraus ein professioneller Chor, der bald nach ihrer Freilassung auf Tournee durch Europa und Amerika ging. Jaroff leitete und dirigierte den Chor bis zu seinem Tod 1988. Anschließend übernahm Wanja Hlibka, ein langjähriges Chormitglied die Leitung. Inzwischen ist der Chor aus unzähligen Fernsehsendungen und CD-Einspielungen bekannt. Der Erfolg des Don-Kosaken-Chores Serge Jaroff® sorget dafür, dass sich in den letzten 70 Jahren viele weitere Don-Kosaken-Chöre gründeten.

2021 11 19 Konzert Don Kosaken 01

Am 19. November trat der Chor in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees auf. Die 2G-Regel, die für den Chor ebenso wie für das Publikum galt, sorgte dafür, dass das Konzert trotz der heiklen pandemischen Lage möglich war. Die professionellen Sänger begeisterten das Publikum durch ihre musikalische und stimmliche Bandbreite. Vom einem Bass, dessen Brummen die ganze Kirche vibrieren ließ, bis zu einem engelsgleichen Tenor war alles dabei. Die russischen Kirchen- und Volkslieder beten eine Mischung aus Melancholie und Euphorie, die bewegte und begeisterte. Als einige Solisten scherzhaft die Aufführung störten, indem sie zeigten, wie lange sie in der Lage sind, Töne zu halten, gab es ebenso langanhaltenden Applaus.


Bericht (Text) in der „Frankenpost“ zu dem Kabarett mit den Avantgardinen in der St.-Laurentius-Kirche am 28. September 2019:

September 20219: Avantgardinen: Lacher in St. Laurentius

Vier Damen zauberten in Wonsees musikalisches Frauenkabarett auf die Bühne. Klar, dass dabei vor allem die Männer ihr Fett weg bekamen.

Wonsees - Sie sind musikalisch, redegewandt, schlüpfen blitzschnell in neue Rollen und sind bewusst ein bisschen albern: die vier Avantgardinen, drei Pfarrersfrauen und eine Pfarrerstochter, sorgten in der St.-Laurentius-Kirche in Wonsees nicht nur für ein volles Haus mit 200 Besuchern, sondern auch für einen herzerfrischenden und vergnüglichen Abend. Sonst sind sie zu siebt, diesmal beglückten sie die Zuschauer als Quartett voller weiblicher Power. Die Avantgardinen zeigten Kabarett mit jeder Menge Feingefühl, Slapstick - und dazwischen konzertante Unterhaltung. Mit Pointen zum Veranstaltungsort, "der Kirchenvorstand ist ja richtig toll im Ehrenamt", dem Dorf, "wo die Milchkönigin wohnt und man kein Schloss findet" und dem Handy als Objekt der Begierde, "ich hasse es, komme aber ohne nicht aus".

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Köstlich waren auch die Tipps zur idealen Arbeitseinteilung, wenn zu Weihnachten die "ganze Bagaasch" kommt. Dazwischen gab es immer wieder eine Portion Rock und Pop, es kam keine Spur von Langeweile auf. Putzen war ein großes Thema, die Avantgardinen meinten, "wenn Männer das Bad putzen ist es fast wie Autowäsche", und warben mit "Kochen ist Liebe". Um Geld für Instrumente zu sparen, spielte man schon mal zu zweit auf einem Cello - das übrigens vorzüglich. Und ließ später mit dem Gstanzl  "Was braucht denn a älterer Mensch" Hoffnung auf einen schönen Lebensabend zu. Interessante Ratschläge gleichfalls beim Sketch "50 plus", "Wenn Sie das richtig hinkriegen, verstummt selbst ein Macho". Und hängten den Ohrwurm "Atemlos durch die Nacht" dran. Schön auch die umgetexteten Schlagersongs mit dem Gespür für den Zustand der Welt und die eigene seelische Verfassung. Katharina Schiller sprang gekonnt vom Hochdeutschen ins Mittelfränkische, Christine Truchseß-Sudermann couragiert, forsch und mit einem hörenswerten Sopran ausgestattet, brachte ständig Bewegung und Schwung in die Szenen. Ursula Dollinger am Piano war der ruhende Pol im Hintergrund, und ohne Christel Opp kann man sich die Avantgardinen schwer vorstellen. Am Cello, E-Bass und Saxophon brillierte die studierte Musikerin, ihre Textbeiträge hatten Qualität. Die Erwartungen in Wonsees wurden übertroffen, weshalb der Beifall ausgiebig und von langer Dauer war.


Mai 2018: Konzert mit Clemens Bittlinger

Über 170 Menschen drängten sich am Sonntag, dem 27. Mai, in die Laurentiuskirche für das Konzert des Jahres. Clemens Bittlinger und seine Musiker, David Kandert und David Plüss, spielten ihr Programm „unerhört“.

2018 05 27 Konzert Bittlinger 01Bittlinger und seine Musiker begeisterten die Konzertbesucher. Sie begeisterten mit ihrer Musik. Hier kam nichts vom Band. Alles war echte, handgemacht Musik. Immer wieder verblüffte David Kandert die Menschen mit seinen herausragenden Solos an den Percussions. Sie begeisterten aber auch mit ihren Liedtexten. Bei Bittlinger lohnt es sich hinzuhören. Ob er nun auf die Verödung der Marktplätze und Innenstädte eingeht oder vor dem „lieben Frieden“ warnt, der doch kein Frieden ist - Bittlinger hat etwas zu sagen. Zuletzt begeisterten sie auch durch ihre Moderationen. Witz und Ernst wechselten sich ab. Immer wieder brachen alle Besucher in schallendes Gelächter aus, wenn Bittlinger einen Witz erzählte. Immer wieder wurde es still, wenn er Trauriges und Unerhörtes ansprach. Bittlinger ermunterte die Konzertbesucher bspw., lieben Menschen öfter zu sagen, was sie einem bedeuten. Außerdem brachte er den Konzertbesuchern nahe, wie großartig Gott ist und betete mit ihnen.

Bei seinem Lied „Aufstehn, aufeinander zugehn“ hielt es keinen mehr auf den Kirchenbänken. Von da an standen die Konzertbesucher und sagen lauthals Bittlingers Lieder mit.

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Nach dem Konzert versammelten sich die Besucher auf dem Platz um die Kirche zu Getränken und Häppchen.
Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer, die bei der Organisation, dem Aufbau und der Durchführung des Konzerts geholfen haben!

Termine


Was passiert eigentlich in einem Gottesdienst?
Pfarrer Daniel Städtler

Wonsees:
Gemeindehaus Wonsees
Angela Lang

Wonsees:
Gemeindehaus Wonsees
Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch

Wonsees:
Gemeindehaus Wonsees

Was tut Gott gegen die schlimmen Dinge in der Welt?
Pfarrer Daniel Städtler

Wonsees:
Gemeindehaus Wonsees

Tageslosung

Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden.
So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus.

Gemeindebrief

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